Was motiviert dich? Was motiviert Menschen generell? Wofür wollen wir unser Leben gestalten und warum bemühen wir uns überhaupt darum?Diese Fragen sind nicht nur zum Beginn eines neuen Kalenderjahres interessant und spannend. Heute und hier gibt es jedenfalls für dich einen Einblick in die Erkenntnisse der Neurobiologie, warum wir Menschen überhaupt motiviert sind, IRGENDWAS zu tun. Wir gehen der Frage nach, ob das Leben wirklich ein Kampf ist und sein muss und schauen, wofür wir Menschen gemacht sind. Und wofür auch nicht.

VORSÄTZE, ZIELE und MOTIVATION

Ich will gesünder leben, mehr Sport machen, weniger mit den Kindern schimpfen, eine Gehaltserhöhung fordern, einen Marathon laufen, den Großglockner besteigen, mit meiner Freundin ein Wochenende wegfahren, mir ein neues Auto gönnen, eine größere Wohnung beziehen, den Job wechseln.
Solche und andere Dinge nehmen sich Menschen entweder zum Jahreswechsel vor – als „Neujahrsvorsatz“ – oder einfach so im Alltag. Warum ich das grundsätzlich gut finde, hab ich schon mal ausführlicher beschrieben. Man kann sich auch stattdessen Leitsterne suchen, nach denen man in einem neuen Jahr orientieren möchte. Beides okay.

ANTRIEBSAGGREGATE DES LEBENS

Hinter selbstgesteckten Zielen stehen auf den ersten Blick die unterschiedlichsten Motive. Je nach Persönlichkeit, Temperament und individuellen Werten werden wir also von verschiedenen Faktoren angetrieben. All das hat natürlich mit unserer Geschichte und Entwicklung zu tun, mit äußeren Einflüssen und unserer Genetik. Doch warum suchen wir uns solche und ähnliche Ziele aus? Für welche Art des Lebens sind wir ganz ursprünglich gemacht? Was sind die Antriebsaggregate unseres Lebens?

EIN GEMEINSAMER NENNER FÜR MOTIVATION

In meiner Motivation, mich heuer wieder durch Hörbücher und Podcasts inspirieren zu lassen, bin ich auf das „Prinzip Menschlichkeit“ von Joachim Bauer gestoßen. Da ging’s zu Beginn genau um diese Fragen und ich bekam überraschend erfreuliche Antworten. Hinter all diesen menschlichen Zielen, die wir uns stecken gibt es nämlich einen gemeinsamen Nenner, der – soviel sei schon verraten – mein Herz höher schlagen ließ.

DAS LEBEN IST (K)EIN KAMPF?

Lange Zeit glaubte man ja (nach den Erkenntnissen von Charles Darwin), dass das Leben des Menschen ein einziger Kampf sein muss. Dass rein das Überleben der fittesten, stärksten und aggressivsten Menschen der Grund für unseren Antrieb ist. Man meinte, Kooperation und soziale Resonanz sind nur dann für den Menschen wichtig, wenn es das eigene Überleben sichert oder dem dient. Na, Gott sei Dank hat die Neurobiologie ein paar neue und – für mich jedenfalls – erfreulichere Antworten gefunden. Und die Forscher waren dennoch selbst überrascht.

(NEUROBIO) LOGISCHE ANTWORTEN

Aus neurobiologischer Sicht sind unsere Motivationssysteme nämlich nicht auf gegenseitige Eliminierung und Kampf ausgerichtet, damit wir uns durchsetzen, andere besiegen oder uns mit ihnen vergleichen können. Kern aller Motivation des Menschen ist – und jetzt halt dich fest: 

  • zwischenmenschliche Anerkennung
  • Wertschätzung 
  • Zuwendung und Zuneigung 
    zu finden UND zu geben!

Wir sind also von Natur aus auf soziale Resonanz und Kooperation angelegte Wesen und neigen (nur) zu aggressivem und kämpferischem Verhalten, wenn wir diese Dinge nicht bekommen können. Soll ja vorkommen im Alltag. 😉

GELINGENDE BEZIEHUNGEN & SOZIALE GEMEINSCHAFT

In teils aufwendigen Untersuchungen haben Wissenschaftler jedenfalls herausgefunden, dass NICHTS unsere Motivationssysteme mehr aktiviert als der Wunsch

  • von anderen geliebt und gesehen zu werden
  • (die Aussicht auf) soziale Anerkennung
  • das Erleben positiver Zuwendung und 
  • die Erfahrung von Liebe.

Wir sind also in unserem tiefsten Innersten vor allem zu sozialer Gemeinschaft und zu gelingenden Beziehungen motiviert und tun fast alles im Leben, weil wir diese Ziele verfolgen. Manchmal bewusster, manchmal getarnt. Du kannst deine letzten „Ziele“ gern mal auf diese Tatsache hin überprüfen! Stell dir einfach immer wieder die Frage: warum mach ich das? Wenn du tief genug gräbst, kommst du mit ziemlicher Sicherheit bei dem Punkt an, dass zwischenmenschliche Beziehungen oder soziale Anerkennung der Kern unseres Antriebs sind und diese sogar über dem Selbsterhaltungstrieb stehen, was in Tierversuchen bestätigt wurde.

TURN ON / TURN OFF

Im Hinblick darauf, was hier gesellschaftlich (vor allem auch für Kinder und Jugendliche) in den letzten beiden Jahren abging, wurden Dinge noch klarer und verständlicher für mich. Es ist nämlich so, dass die unsere Motivationssysteme im Gehirn abschalten, wenn es keine Chance auf soziale Zuwendung gibt. Und sie springen an beim Gegenteil.

WOFÜR WIR NICHT GEMACHT SIND

Wer also länger soziale Isolation und / oder Ausgrenzung erlebt (besonders gegen den eigenen Willen!), KANN gar nicht anders, als in Apathie zu verfallen und demotiviert zu werden. Nach 20 langen Pandemiemonaten und unzähligen Lockdowns ist dies der Zeitpunkt, sich selbst, den Kindern und Jugendlichen entweder anerkennend auf die Schulter zu klopfen, weil wir noch immer aufrecht durchs Leben gehen. Oder eine gewaltige Portion Verständnis, Empathie und Nachsicht für die Menschen aufzubringen, denen es (seit längerem) nicht gut geht. Und davon gibt es mehr, als wir denken.

ICH HAB’S DOCH GEWUSST

Wenn ich diese Dinge so in meinem Kopf und Herzen zusammenpurzeln lasse und mit Alltagssituationen überprüfe, die ich kenne, dann steht da fast in Leuchtreklamen als Überschrift: Ich hab’s gewusst. 

  • Beziehungen sind das, was uns ausmacht. 
  • Beziehungen sind das, was uns lebendig macht. 
  • Beziehungen sind das, was uns antreibt.
    (Ach ja, zufälligerweise passt es haarscharf zu meinem inhaltlichen Leitstern als Unternehmerin). 

Egal, ob es hierbei um die Beziehung zu mir selbst geht, meine partnerschaftliche Beziehung oder Eltern-Kind-Bindungen oder auch nur alltägliche, flüchtige oder freundschaftliche Beziehungen.

Beziehungen sind das Netz, das uns trägt, unser Halt und unsere menschliche Stärke und vor allem sind sie auch eins: unsere Motivation zu leben.

Kerstin Bamminger

Na, hast du schon eins deiner Ziele auf diese Theorie überprüft?
Schreib mir gern oder kommentiere, wenn du zustimmst oder anderer Meinung bist!

Ich freu mich auf deine Erkenntnisse!

Quelle & Inspiration: „Das Prinzip Menschlichkeit“ von Joachim Bauer; frei nacherzählt;

Spread the word