GESUNDHEIT – und wie wir sie denken könnten

GESUNDHEIT – und wie wir sie denken könnten

Virus. Mutation. Pandemie. Quarantäne. Krankheit. Angst. Symptome. Abstand. Gefahr. Unser alltäglicher Sprachgebrauch ist voll von Begriffen wie diesen und nach meinem Sprach- und Gesundheitsverständnis läuft hier einiges verkehrt. Reden wir Bitteschön über Gesundheit und Eigenverantwortung. Was JEDER von uns SOFORT ändern kann und darf, darum geht’s im heutigen Beitrag. Das wird etwas länger, ich sag’s gleich.

DEFINIEREN SIE BITTE GESUNDHEIT

Nein, ich bin nicht unter die Hobbyvirologen gegangen, ich hab keine medizinische Ausbildung und erlaube mir dennoch hier und heute zum Thema Gesundheit zu schreiben und zwar sehr selbstbewusst. Nicht, weil ich mich auf verschiedenen Ebenen damit beschäftigt hab und eine Meinung zu verschiedensten Themen habe, sondern weil ich finde, dass es meine eigene Verantwortung ist, für meine Gesundheit zu sorgen, soweit ich das kann. Ich finde fast, es ist meine Pflicht, das zu tun, weil ich gut auf mich achten will. Um zu wissen, was gesund sein überhaupt heißt, fängt man mal damit an, das Wort für sich zu definieren.

NICHT NUR DAS MESSBARE ZÄHLT

Gesundheit ist in meiner Welt nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, dass verschiedenste Werte gut in irgendwelche Tabellen passen, ein Test oder Befund negativ ist oder ich keine für-was-auch-immer Pillen schlucke. Gesundheit ist in meiner Welt mehr. Es reicht über körperliche Zustände weit hinaus und beinhaltet genau so meine psychische, emotionale, geistige, soziale und seelische Gesundheit. Weil Krankheit beginnt, wo noch gar keine krankhaft bewerteten Symptome messbar, sichtbar oder unter medizinischem Hightechgerät festzustellen sind. Weil nicht nur das Messbare zählt, sondern besonders das nicht Messbare. Wie ich das erkläre?

ALLES NUR ZUFALL

Kurzes Gedankenspiel.

  • Wie kann es sein, dass man sich beim Familientreffen den Schnupfen von der Cousine holt, deren Bruder aber kerngesund bleibt?
  • Wie kann es sein, dass ein Mitarbeiter in einer Besprechung alle anwesenden ansteckt, die wiederum ihre eigenen Familien aber nicht?
  • Wie kann es sein, dass die Windpocken dreiviertel der Kinder einer Kindergartengruppe erwischen aber manche dennoch verschont bleiben und nicht erkranken?
  • Was ist dafür verantwortlich, dass wir uns einmal im kalten Wind eine saftige Ohrenentzündung holen und ein anderes Mal alles heil überstehen? Das gab’s schon immer und es wird womöglich immer so sein. Alles nur Zufall? 

IMMATERIELLE POWER

Es gibt eine über zweihundert Jahre alte Theorie, aufgestellt von einem prominenten deutschen Arzt und Chemiker, der sich ausgiebig (schon damals) damit befasst hat, warum auch hochansteckende Krankheiten (wie Malaria, Cholera, Syphilis, Krätze,…) bestimmte Menschen in bestimmten Situationen krank machen und andere das ohne Probleme (heute würde man sagen asymptomatisch) überstehen. Er kam zu dem Schluss, dass dem Menschen eine „immaterielle Kraft innewohnt“, die er „Lebenskraft“ (Dynamis) nannte. 

DIE LEBENSKRAFT STÄRKEN 

Seiner Meinung nach ist eine intakte, starke Lebenskraft dafür verantwortlich, dass (auch gefährliche) Erkrankungen an uns abprallen und wir gesund bleiben. Ist die Lebenskraft in Ordnung, kannst dir selbst eine Seuche wie die Pest (das einstige Corona) nix anhaben.
Im Umkehrschluss hat er natürlich festgestellt, dass eine geschwächte oder aus dem Gleichgewicht gekommene Lebenskraft die Ursache dafür ist, dass Bakterien, Keime oder sonstige Erreger (von denen damals ja noch nix festgestellt werden konnte – es war lange bevor es das erste Mikroskop gab), erst überhaupt nahrhaften „Boden“ vorfinden können bzw. den Menschen befallen. Also sollte es das oberste Prinzip sein, die eigene Lebenskraft zu stärken.

LEBENSART IN EINGESPERRTER STUBENLUFT

Zur Lebenskraft und diesen Erkenntnissen gehört übrigens auch dazu, dass man den Menschen immer als Ganzes betrachtet, als Einheit von Körper, Geist und Seele. Gemütszustände waren schon damals für diesen Arzt mitunter die wichtigsten, die es zu berücksichtigen gab und schon damals wurde „sitzende Lebensart in eigesperrter Stuben-Luft“ (Zitat) als sogenanntes Heilungshindernis betrachtet. Manches mag zwar überholt sein, doch die Grundgesetze sind bis heute gültig. Komischer Weise hat der Herr damals schon auf Gespräche (begleitend zu einer ärztlichen Therapie) gesetzt, weil das den Menschen so geholfen hat. Na, geh.

SCHWACHSTELLEN IM ALLTAG

Die Lebenskraft ist der Kern, das Oberste und das Wichtigste, das der Mensch hat – und das war sein und das ist mein Inbegriff von Gesundheit. Heute sagen wir wohl: wenn ich in meiner „Mitte“ bin, wenn ich mich wohlfühle, wenn ich alle meine Bedürfnisse befriedigen kann, dann bin ich vollkommen gesund. Doch die Lebenskraft ist störungsanfällig: ein heftiger Streit mit dem Partner, ein schockierendes Erlebnis, ein tragischer Unfall, chronischer Schlafmangel, schlechte Ernährung, wenig Bewegung: unzählige Dinge können die Dynamis schwächen und uns so anfällig machen für wenig geliebte mikroskopisch kleine, fiese Krankheitserreger jeglicher Art.

Jetzt hör ich dich schon sagen: JA, und wie soll das gehen in dieser momentanen Welt? Das ist ja NIE, dass ich alles hab, was ich brauche und will! Eh klar, dass alle krank werden! 
Tut mir Leid, wenn du eine einfachere Antwort erhofft hast. Denn eine einfache Antwort gibt es nicht in diesem Zusammenhang.

GESUNDHEIT MIT ALLEN SINNEN

Gesundheit bedeutet, dass wir jeden Tag Verantwortung für uns selbst übernehmen – und für unsere Kinder, wenn wir welche haben (weil die erst später für sich entscheiden können). Gesundheit bedeutet, jeden Tag darauf zu achten, was ich an mich heran und in mich hinein lasse – und ich spreche von mehr als nur Nahrung und Flüssigkeit. Hier geht es auch um Menschen, Geschichten, Emotionen, Schicksale, Berichte, Nachrichten und vieles mehr. Alles, was wir hören, sehen, riechen, schmecken, fühlen ,mit dem wir in Kontakt und in Beziehung gehen, hat Einfluss auf unsere Gesundheit und das meiste davon können wir selbst regulieren.

DIE BITTERE PILLE

Eine starke Lebenskraft gibt es nicht auf Rezept. Man schluckt sie nicht in Form einer Tablette oder irgendeines Pulverchen. Niemand kann sie „für dich“ reparieren. Es ist ein ganzheitlicher Prozess, dynamisch und Schwankungen unterlegen und oft mit überraschenden Wendungen. Es betrifft dich und deine Beziehungen, schließlich bist du nicht allein auf dieser Welt. Es beinhaltet gesunde Gedanken, Sprache, Gefühle, Handlungen und Beziehungen. Und auch wenn wir nicht und niemals alles über Gesundheit wissen und kontrollieren werden können, gibt es doch eine Menge, was wir jeden Tag ganz allein und für uns selbst tun können, um unsere Gesundheit zu erhalten oder zu fördern.
Lass uns also statt über Krankheit über Gesundheit reden. Darüber, was uns stark macht. Was ein gesunder Körper braucht. Was ein wacher Geist benötigt. Was wir für unseren Seelenfrieden tun können. Wie wir unsere sozialen Kontakte pflegen. Wie wir intakte Beziehungen führen. Und obendrein menschlich bleiben können.

Zum Beispiel können wir uns diese Fragen selbst stellen:

GESUNDHEIT AN KÖRPER

Was und wieviel trinke ich?
Welche Nahrungsmittel nehme ich zu mir?
Wie ist meine Atmung und bekomme ich ausreichend Frischluft?
Bewege ich mich jeden Tag und freu mich an meinem Körper?
Wie erholsam und aufbauend ist mein Schlaf?

GESUNDHEIT AN GEIST

Welche Nachrichten konsumiere ich?
Was machen schlechte Botschaften mit mir?
Wie beeinflusst mich, was ich so täglich lese?
Wo erlaube ich mir Fantasie & Gestaltungsraum?
Wer inspiriert mich mit ihren Gedanken & Haltungen?

GESUNDHEIT AN SEELE

Welche Menschen tun mir gut und bauen mich auf?
Worüber kann ich herzhaft lachen?
Wer lässt mich so sein, wie ich bin und ist dennoch ehrlich?
Wem kann ich vertrauen und wo fühle ich mich geborgen?
Wer behandelt mich respektvoll und gleichwürdig und mache ich das selbst auch?

KENNE DEINE LEBENSKRAFT

Gesundheit ist für jeden Menschen etwas anderes. Vor allem in unserer westlichen Welt, wo die körperlichen Bedürfnisse oft ausreichend gedeckt sind, geht es vor allem um Geist und Seele. Was brauche ich zu einem gesunden Leben? Was macht mich stark? Wobei fühle ich mich gesund und gut? Wie kann ich selbst gut auf mich achten und meine eigene Gesundheit fördern?

Und für’s Protokoll: unsere Lebenskraft ist oft ganz schön robust und klappt nicht gleich beim ersten Windhauch zusammen. Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen, sondern um eine gute Balance und die nötige Selbstbeobachtung, wie man selbst so „tickt“.

Wenn du dir die Antworten auf die obigen Fragen gibst, dann weißt du schon eine ganze Menge, wie und was Gesundheit für dich ist. Ich freue mich, dass ich Verantwortung für mich übernehmen kann. Ich will mich frei entscheiden können, was ich gesund finde und was nicht und dafür auch selbst die Konsequenzen tragen. Es gibt nämlich keine Garantien. Es gibt auch keine 100%ige Sicherheit. Wir wissen schon viel, wie Gesundheit und Leben funktionieren und wir wissen noch so viel mehr NICHT. In dieser Grauzone werden wir leben dürfen – nur dass diese Grauzone alle Farben des Spektrums beinhaltet und uns ein buntes, lebendiges und ja – auch unberechenbares Dasein beschert. 

Was verstehst du unter Gesundheit? UND:
WER hat den deutschen Arzt und Chemiker erkannt, den ich erwähnt hab?!

Schreib mir in die Kommentare … ich bin gespannt!